Pyramiden von Gizeh - Ägypten

Weltwunder aus Stein gebaut

Die Pyramiden von Gizeh nahe der ägyptischen Hauptstadt Kairo zählen zu den ältesten, heute bekannten Bauwerke der Erde. Die Monumente aus Stein befinden sich im westlichen Bereich des Niltals, nahe der Stadt Gizeh in der ägyptischen Wüste. Erbaut wurden die Pyramiden und alle weiteren Gebäude vermutlich ab Mitte des 3. Jahrtausends vor Christi Geburt. Die Pyramiden an sich wurden auf einer größeren Kalksteinebene errichtet, ohne Flaschenzug und ohne die Erfindung des Rades.

Pyramiden von Gizeh in Ägypten
Pyramiden von Gizeh nahe Kairo

Zur Anlage zählen Arbeiterdörfer, Nebengebäude, Tempelbauten, Gräberfelder und kleinere Nebenpyramiden. Die vier Seiten der Gizeh-Pyramiden sind exakt nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet. In den drei großen Pyramiden wurden die einstigen Herrscher über Ägypten, die Pharaonen mit Namen Cheops, Mykerinos und Chephren beigesetzt.

Cheops und weitere Pyramiden von Gizeh

Die größte der Pyramiden ist die Cheops-Pyramide, mit einer Höhe von fast 140 Meter. Die Seitenlängen betragen 230 Meter. Nur um den Aufwand zu erklären: Die Cheops-Pyramide besteht aus etwa 3.000 Blöcken aus Stein. Die Blöcke können bis zu 2,5 Tonnen schwer sein. Sie wurden aus nahen Steinbrüchen herbeigeschafft. Die Blöcke wurden von den Arbeitern durch Schieben, aber eher durch Ziehen und mittels Rampen bewegt und platziert. Je näher der Spitze, umso weniger Blöcke wurden benötigt, aber trotzdem. Im Inneren der Pyramide wurden Kammern und Gänge entdeckt, so auch die Königsgrabkammer mit Sarkophag.

An die Pyramide angeschlossen war eine Tempelanlage, heute noch in Fragmenten vorhanden. In kleineren Pyramiden in der Nähe wurden die verstorbenen Königinnen, Pharao-Gemahlinnen, beigesetzt. Welchem Zweck die ebenso vorhandene, kleinere Kultpyramide diente, ist noch nicht vollständig erforscht. Mumien wurden in den Gizeh-Pyramiden nicht gefunden. Die nur etwas kleineren Chephren- und Mykerinos-Pyramiden wurden auf die gleiche Weise errichtet und sind im Inneren ähnlich aufgebaut.

Unterwegs in der Unterwelt

Nahe der Cheops-Pyramide befindet sich das Sonnenbarken-Museumszelt. Dort gibt es eine wiederaufgebaute Sonnenbarke zu bestaunen, welche im Jahr 1954 dem Wüstensand "entrissen" werden konnte. Ein Barke ist ein kleines Schiff, welches zur damaligen Zeit auch zum Fahren auf dem Nil verwendet wurde. Nahe der Cheops-Pyramide wurden Mitte des 20. Jahrhunderts zwei Bootsgruben entdeckt, darin die Einzelteile je einer Sonnenbarke. Eine der Gruben wurde wieder verschlossen. Aus der zweiten Grube wurden die Einzelteile entnommen und wieder zu einer Sonnenbarke zusammengefügt. Die Abmaße der Sonnenbarke betragen in der Breite 5,6 Meter, in der Länge 43 Meter. Der Wiederaufbau der Sonnenbarke ist sehr gut gelungen.

Papyrus mit  ägyptischen Hieroglyphen
Symbolisierte Sonnenbarke - Papyrus Agypten

Mit der Anbetung des Sonnengottes Re durch das Volk der Pharaonen wurden die Sonnenbarken zu wichtigen Grabbeigaben. Der Sonnengott Re soll mit einer Sonnenbarke bei Tag den Himmelsbogen, also den sichtbaren Himmel überqueren, bei Nacht jedoch auf den Wassern der Unterwelt unterwegs sein. Die Sonnenbarken von Gizeh ermöglichten es den verblichenen Pharaonen, sich im Jenseits mittels der Sonnenbarken fortzubewegen.

Große Sphinx mit kleinem Kopf

Bewacht werden die Pyramiden von Gizeh von der "Großen Sphinx von Gizeh". Die riesige Skulptur zeigt einen ruhenden Löwenkörper, der mit einem menschlichen Kopf versehen ist. Die Proportionen von Kopf und Löwenkörper stimmen auffällig nicht überein. Warum, ist noch nicht vollständig erforscht. Die Nase der Sphinx wurde im 14. Jahrhundert nach Christi Geburt von muslimischen Fanatikern zerstört und nicht wie im Zeichentrickfilm von Asterix und Obelix. Die Löwensphinx ist 20 Meter hoch, 19 Meter breit und 73,5 Meter lang.

Sphinx von Gizeh - Ägypten
Große Sphinx von Gizeh

Touristenziel Gizeh

Etwa drei Millionen Besucher hat die Anlage von Gizeh im Jahr zu verkraften. Ernsthaft erforscht wurden die Gizeh-Pyramiden ab dem Ende des 18. Jahrhunderts und eigentlich bis heute. Man weiß nicht, was Grabräuber im Laufe der Zeit dort gefunden und entwendet haben, wahrscheinlich ganz schön viel. Der Zugang zu den Pyramiden ist heute kostenpflichtig. Grundwasserschwankungen machen den Pyramiden große Probleme, da durch schwankende Grundwasserhöhen die Standfestigkeit nicht mehr vollständig gegeben ist. Der Staat Ägypten versucht mittels Pumpen dem Problem Herr zu werden. Seit dem Jahr 1979 tragen die Anlage, die Pyramiden von Gizeh, den Titel eines Weltkulturerbes der UNESCO.