Shwedagon - goldene Tempelanlage in Myanmar

Reliquien, Gold und Edelsteine

Die Tempelanlage von Shwedagon in Rangun (Yangon) wird als das religiös-buddhistische Zentrum von Myanmar bezeichnet. Die vergoldete Shwedagon-Pagode ist dabei das zentrale Element der Anlage. Sie soll vor etwa 2.500 Jahren errichtet worden sein. Den Erzählungen nach sollen in der Pagode acht Haare vom Kopf des ersten Buddha Siddhartha Gautama, in einem goldenen Behältnis aufbewahrt, in die Pagode eingemauert worden sein. Vermutlich wurde die Shwedagon-Stupa während des ersten Jahrtausends nach Chr. errichtet, verfiel jedoch wieder. Als Stupa werden Bauwerke bezeichnet, in denen in kostbaren Behältnissen buddhistische Reliquien aufbewahrt werden.

Shwedagon-Stupa in Rangun - Myanmar
Vergoldet die große Hauptpagode von Shwedagon

Erst Ende des 14. Jahrhunderts wurde die Pagode (Stupa) wieder aufgebaut und in den folgenden Jahrhunderten immer wieder vergrößert, vergoldet, mit Edelsteinen verziert und mit zahlreichen Glocken ausgestattet. Die Tempelanlage wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder durch Erdbeben in der Region beschädigt, zuletzt 1970. Durch großzügige Spenden konnte die Pagode jedoch immer wieder aufgebaut werden.




Goldene Stupa als zentrales Element

Die Pagode besitzt vier Zugänge, die jedoch über zahlreiche Treppenstufen erst erklommen werden müssen. Die Zugänge werden von den gläubigen Besuchern jedoch unterschiedlich stark frequentiert. Die Treppenaufgänge sind überdacht. Neuerdings gibt es auch Aufzüge, um den Eingang zur Hauptpagode zu erreichen. Die Pagode an sich befindet sich auf einer großen, mit Marmorplatten ausgelegten Terrasse. Die Marmorplatten werden täglich gründlich gereinigt. Rings um die Hauptpagode auf dem Shwedagon-Hügel befinden sich zahlreich kleinere Stupas und Schreine, Wächterfiguren und noch weitere Bauwerke. Die Hauptstupa besitzt eine Höhe von 99 Metern.

Heilige Buddha-Statuen Shwedagon Rangun
Buddha-Statuen der Shwedagon-Tempelanlage

Buddhistische Heiligtümer

Die wichtigsten Bauwerke der buddhistischen Tempelanlage sind vergoldet und mit Tausenden von wertvollen Edelsteine verziert und geschmückt. Hunderte von Buddha-Figuren befinden sich innerhalb der Anlage. Der Schrein des zweiten Buddha befindet sich ebenso innerhalb der Shwedagon-Tempelanlage. Weiter befindet sich eine Nachbildung des Mahabodhi-Tempels nahe der Pagode. Am Ort des originalen Mahabodhi-Tempels in Bodhgaya in Indien soll einst Buddha seine Erleuchtung erfahren haben. Innerhalb der Shwedagon-Tempelanlage befindet sich ein für Buddhisten wichtiger Baum, ein Bodhibaum. Unter einem solchen Baum soll einst Buddha erleuchtet worden sein.Unweit der Shwedagon-Pagode befindet sich der Gautama-Tempel. Ebenso gibt es den sagenumwobenen, originalen Fußabdruck von Buddha zu entdecken. Die Art und die Bauweise der Tempel auf dem Shwedagon-Hügel werden von Experten als typisch burmesisch bezeichnet.

Paya Pagode in Rangun - Shwedagon
Zahlreiche Stupas, zentral Nachbau des Mahabodhi-Tempels in Indien

Regeln und Respekt

Für westliche Besucher ist der Besuch der Shwedagon-Tempelanlage wahrscheinlich erst einmal etwas gewöhnungsbedürftig. Shwedagon ist eigentlich fast permanent von zahlreichen Pilgern bevölkert. Das laute Treiben wird von den zahlreichen Händlern auf dem Gelände noch verstärkt. Auch wenn man kein Buddhist ist - die Schönheit der Gebäude und Figuren, die Reliquien, das viele Gold und die Edelsteine, die Schreine, dies alles ist ein visuelles Fest für jedes Augenpaar.




Etwa 60 Tonnen Gold sollen innerhalb der Tempelanlage verarbeitet worden sein. Die Anlage darf nur barfuß betreten werden. Die Pagode ist von morgens um 4 Uhr bis um 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenpflichtig. Für unerfahrene Besucher wichtig: Mönche dürfen auf keinen Fall berührt werden, Fotos von Personen nur mit deren Zustimmung gemacht werden. Angemessene Bekleidung und respektvolles Verhalten innerhalb der Anlage sollten selbstverständlich sein.

Landkarte von Myanmar - Rangun

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