Wagnerstadt Bayreuth in Oberfranken

Kulturstadt am Roten Main

Die Stadt Bayreuth liegt im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken, im Nordosten des Freistaates Bayern, inmitten einer weitläufigen, leicht hügeligen Landschaft. Das erste Mal urkundlich erwähnt wurde die oberfränkische Stadt vor etwa 800 Jahren, jedoch lebten schon sehr viel früher Menschen in der Region. Das Stadtrecht erhielt die heutige Stadt Bayreuth vermutlich Anfang des 13. Jahrhunderts. In den folgenden Jahrhunderten erhielt die Stadt weitere Rechte, wie das Münzrecht und das Zollrecht. In Bayreuth bestimmten zur damaligen Zeiten zahlreiche Handwerksbetriebe das wirtschaftliche Leben. Im frühen Mittelalter wurde die Stadt mehrfach durch Kriege und einfallende Horden zerstört und wieder aufgebaut. Die Herrscher über die Stadt wechselten sich ab und ließen die Bürger mal durch Milde, mal durch grausame Brutalität ihre Macht spüren. Auch die Pest forderte in der Stadt am Roten Main in zwei Schüben ihren Tribut.

Grüner Hügel in Bayreuth und Wagner-Festspielhaus
Richard-Wagner-Festspielhaus in Bayreuth

Residenzstadt der Hohenzollern

Die kulturelle Entwicklung von Bayreuth begann Anfang des 17. Jahrhunderts, nachdem ein Hohenzollernspross Bayreuth zu seiner Residenzstadt erkor. Schlösser, Brunnen und weitere, kulturell bedeutsame Bauwerke wurden in der Folgezeit errichtet, ebenso wie eine Stadtmauer mit Wehrtürmen. Ende des 17. Jahrhunderts kamen französische Glaubensflüchtlinge nach Bayreuth, die Hugenotten. Sie brachten neben ihren hervorragenden Handwerkskünsten, auch den französisch-reformierten Glauben mit nach Oberfranken.

Aufstieg und Abstieg

Eine kulturelle Blütezeit erlebte die Stadt Bayreuth Anfang-Mitte des 18. Jahrhunderts. Das residierende Hohenzollern-Markgrafen-Paar gab Bayreuth ein neues Aussehen. Zahlreiche Schlösser, Herrenhäuser, Bildungseinrichtungen, Kultur- und Schauspielhäuser wurden erbaut, unansehnliche Gebäude wurden abgerissen. Im Bayreuth wurde der Baustil "Bayreuther Rokoko" erschaffen. Durch die Herrschaft der Hohenzollern bekam die Stadt Bayreuth den Glauben, den Protestantismus von oben herab verordnet. Erst Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Glaubensvorgaben in der Stadt am roten Main gelockert, Katholiken und Juden siedelten sich wieder in der Stadt an. Doch das Ende der Blütezeit war schon in Sicht. Die Herrscher über Bayreuth waren total verschuldet aufgrund der Bautätigkeiten. Erbfolgeprobleme bereiteten ebenso Schwierigkeiten. Künstler und wichtige Personen der Stadt Bayreuth verließen die Stadt in Oberfranken, zahlreiche von Ihnen suchten im aufstrebenden Berlin eine neue Heimat.

Opernhaus in Bayreuth in Oberfranken
Markgräfliches Opernhaus zu Bayreuth, erbaut 1746-1750

Truppen in Bayreuth

Ende des 18. Jahrhundert wurde die Provinzstadt Bayreuth zu einer preußische Garnisonsstadt. Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Residenzstadt von napoleonischen Franzosen besetzt, im Jahr 1810 ging die Stadt in den Besitz von Bayern über. In den folgenden Jahrzehnten siechte Bayreuth vor sich hin. Preußen und Franzosen hatten der Stadt stark zugesetzt. Die weltweit aufkeimende Industrialisierung ging an Bayreuth fast spurlos vorbei. Einzig die Textilindustrie und die Bier-Brauereien erlangten in Bayreuth eine wirtschaftliche Bedeutung.

Richard Wagner in Bayreuth und die Nazis

Im Jahr 1870 kam ein gewisser Richard Wagner nach Bayreuth. Er wollte prüfen, ob die erhaltenen preußischen Bauten zur Aufführung seiner Opern geeignet wären, waren sie aber nicht, sie waren ihm zu klein. Die Stadt Bayreuth jedoch stellte Richard Wagner ausreichen Baugrund zur Verfügung. So konnte er das Bayreuther Festspielhaus bauen, ebenso sein Wohnhaus, die Villa Wahnfried. Das Festspielhaus wurde im Jahr 1876 eröffnet. Nach 1930 erlangten die Nationalsozialisten auch in Bayreuth die Macht. In Bayreuth, wie in vielen anderen Städten auch, wurde dem Jüdischen Volk durch Ermordung und Verfolgung viel Unrecht angetan. Adolf Hitler hatte enge Beziehungen zur Familie von Richard Wagner, weil in den epischen Opern Wagners das strahlende Deutschtum zu erkennen glaubte. So entschieden die Nationalsozialisten, Bayreuth zur einer bedeutenden Stadt in Sachen Kultur und Musik zu erheben. Etwa hundert Bauten der Preußenzeit sollten abgerissen werden zur Erschaffung neuer Bauwerke im Sinne der Nationalsozialisten. Die Pläne wurde jedoch nur teilweise umgesetzt.

Altes Schloss in Bayreuth in Oberfranken
"Altes Schloss" in der Innenstadt von Bayreuth

Mühsam aber stetig erfolgreicher

Im Jahr 1945 wurde Bayreuth von den Amerikaner vom Nazitum befreit. In der folgenden Jahren versuchte Bayreuth, wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen. Im Jahr 1975 wurde Bayreuth zu einer Universitätsstadt. Obwohl es heute noch einige historische Bauten in der Stadt gibt, wurden in den Jahrzehnten nach 1945 zahlreiche Bauwerke der Bayreuther Zeitgeschichte bedauerlicherweise abgerissen. Bekannt ist Bayreuth vor allem durch die jährlich stattfindenden Richard-Wagner-Festspiele, welche im Festspielhaus auf dem "Grünen Hügel" stattfinden. Das Basketballteam der Stadt spielt meist sehr erfolgreich und die Brauereien der Stadt brauen leckeres Bier. Seit 2012 trägt das Markgräfliche Opernhaus den Titel eines UNESCO-Weltkulturerbes.

Neues Schloss in Bayreuth
"Neues Schloss" mit Arkadentrakten und zentral dem Sonnentempel

Kulturelles Leben in Bayreuth

Im oberfränkischen Bayreuth leben derzeit etwa 74.000 Menschen. Die Stadt Bayreuth besitzt zahlreiche Museen, 18 an der Zahl. Sehenswerte Schlossbauten gibt es in der oberfränkischen Stadt zu entdecken, wie das "Neue Schloss" zu Bayreuth, Schloss Colmdorf, der Siegesturm und das Thiergarten-Jagdschloss. Historische Parkanlagen laden mit Grotten und Wasserspielen zum Verweilen ein. Neben den Richard Wagner Festspielen, auch Bayreuther Festspiele genannt, ist das regelmäßig stattfindende Afrika-Karibik-Festival ein kulturelles Highlight in der Stadt Bayreuth.




Landkarte von Deutschland - Bayern
Landkarte von Bayern - Bayreuth

Sehenswürdigkeiten in Bayreuth

  • Altes Schloss, Eremitage mit Parkanlage
  • Felsengarten Sanspareil
  • Jean-Paul-Museum
  • Kirche St. Georgen
  • Markgräfliches Schauspielhaus
  • Markgrafenkirche
  • Neues Schloss mit Hifgarten
  • Richard-Wagner-Festspielhaus
  • Richard Wagner Museum
  • Röhrensee
  • Schloss Birken
  • Schloss Fantaisie und Gärten
  • Villa Wahnfried
  • Wilhelminenaue



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