Das Käppele in Würzburg

Wallfahrtsort mit Kloster

Der Sohn eines Mainfischers aus Würzburg errichtete im Jahr 1640, während des 30jährigen Krieges, einen Bildstock im damals noch vorhandenen Weinberg auf dem Nikolausberg in Würzburg. Der Bildstock schützte ein Vesperbild (Pieta), welches vom Fischer während seiner Arbeit entdeckt wurde.

Wallfahrtskirche und Kloster - Käppele Würzburg
Weit sichtbares Wahrzeichen von Würzburg - das Käppele

Noch im gleichen Jahr wurde von unerklärlichen Erscheinungen und Wunderheilungen berichtet. Gläubige Pilger aus der Würzburger Region und darüber hinaus kamen daraufhin nach Würzburg. Aus diesem Grund wurde über dem Bildstock eine Holzkapelle errichtet, welche schon damals als Käppele bezeichnet wurde.

Ein Werk des Balthasar Neumann

Balthaser Neumann errichtete in den Jahren 1747-1750 die Käppele-Wallfahrtskirche mit seinen barocken Zwiebeltürmchen anstelle der kleinen Holzkapelle. Die Wallfahrtskirche wurde an eine bereist vorhandene Gnadenkapelle angebaut. Kurz danach errichtete der Mönchsorden der Kapuziner ein Kloster am Käppele, um den Würzburger Wallfahrtsort zu schützen, als "Hüter der Wallfahrt".




Bemerkenswert ist, daß diese Kirche als einzige den Bombenangriff auf Würzburg im März 1945 nahezu unversehrt überstand. Auch dies wurde als Wunder bezeichnet, was noch mehr Wallfahrer nach Würzburg zog. Das Vesperbild befindet sich in der Gnadenkapelle in einem Glasschrein und zeigt die Muttergottes mit ihrem toten Sohn Jesus Christus.

Kirche und Kloster - Käppele Würzburg
Käppele in Würzburg

Einzigartiger Stationsweg

Die Nikolausberg hinauf zum "Käppele" führt ein Stationsweg, ein Pilgerweg, welcher von 14 kleinen Kapellen mit 77 lebensgroßen Heiligenfiguren gesäumt wird. Die Figuren wurden seinerzeit vom Würzburger Hofbildhauer Peter Wagner geschaffen. Die originalen Tonmodelle der Heiligenfiguren befinden sich mittlerweile im Mainfränkischen Museum in Würzburg. Etwa 300 Stufen muss der Pilger überwinden, um zum "Käppele" zu gelangen. Heute ist der Kreuzweg restauriert und gut zu begehen. Man sollte jedoch bedenken, dass früher manche Pilger und Wallfahrer auf den Knien entlang der Stationen hinauf zur Kirche gelangten.

Landkarte von Bayern - Würzburg / Unterfranken

Gnadenkapelle und Wallfahrtskirche

Im Innenraum des Käppele schmücken Fresken des Augsburger Künstlers Matthäus Günther, sowie Muschel-Stukkaturen des "Wessobrunner Feuchtmeyers", Decken und Wände. In der Wallfahrtskirche befinden sich sehenswerte Altäre und eine kostbare Orgel.


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