Alte Mainbrücke in Würzburg

Den Main zu queren

Bis zum Jahre 1120 nach Christus war die 180 Meter breite Flussüberquerung bei Würzburg nur mittels einer Fähre, mit einem Boot möglich. Schließlich wurde im Jahr 1120 eine Steinbrücke in romanischem Stil über den Main gebaut. Beim Graben der Fundamente wurden dort Statuen eines germanischen Freya-Heiligtums gefunden. Die drei irischen Missionare St. Kolonat, St. Totnan und St. Kilian sollen diese Steinmonumente der Geschichte nach dort versenkt haben, um das Heidentum aus Würzburg zu vertreiben.

Alte Mainbrücke in Würzburg
Alte Mainbrücke in Würzburg in Unterfranken

Mehrmals zerstört und wieder aufgebaut

Die Alte Mainbrücke wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals durch Hochwasser und durch Kriegshandlungen zerstört oder beschädigt. Auch das damals auf dem Main häufige Flössen von Baumstämmen setzte der Brücke stark zu. So entschloss man sich im Jahre 1476, 350 Jahre nach der Erstbau, die Mainbrücke neu zu bauen.




Die Pfeiler wurden aus Muschelkalk errichtet; der obere Teil bestand aus Holzkonstruktionen. Damit erhoffte man sich Vorteile bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Der Bauherr war zunächst Hans von Königshofen. Damals wie heute war der Stadtsäckel der Stadt Würzburg leer, so dass sich die endgültige Fertigstellung der Steinbrücke bis zum Jahr 1703 hinzog.

Prominenz auf der Mainbrücke

Gegen 1730 nach Christus wurden erstmals auf der Südseite der Brücke sechs Statuen von Heiligen aufgestellt - bald folgten auf der Nordseite der Brücke weitere sechs Sandsteinfiguren. Die Aufzählung der der dargestellten Personen erfolgt am Ende dieser Webseite. Alle Figuren schauen zur Fahrbahn hin und nicht in die Ferne. Die barocken Figuren besitzen eine Höhe von 4,5 Meter.

Frankenkönig Pippin - Vater von Karl dem Großen
Fränkischer König Pippin

Unglaublicherweise wurde die Brückenheiligen von Würzburg im Jahr 1912 zerschlagen, um das Gestein für den Straßenbau zu verwenden! Glücklicherweise konnten sie wieder hergestellt werden. Starke Schäden erlitten die Würzburger Brückenheiligen während des schrecklichen Bombenangriffs der Briten im Jahr 1945 auf Würzburg. Nur mit Mühen konnten die Figuren wieder restauriert werden.


Figuren auf der - Alten Mainbrücke - in Würzburg

Südseite, vom Dom kommend

  • Heiliger Totnan - "Frankenapostel"
  • Heiliger Kilian - "Frankenapostel"
  • Heilige Jungfrau Maria als - Patrona Franconiae
  • Heiliger Kolonat - "Frankenapostel"
  • Heiliger Burkard - Würzburgs erster Bischof
  • Heilige Bruno - Würzburger Bischof und Erbauer des Doms

Nordseite, vom Dom kommend

  • Frankenkönig Pippin - Vater von "Karl dem Großen"
  • Heiliger Friedrich - einer der weniger bekannten Bischöfe Würzburgs
  • Heiliger Joseph mit Jesus
  • Brückenheiliger Johannes von Nepomuk
  • Heiliger Karl Borromäus - damals bedeutender katholischer Reformer
  • und schließlich - Kaiser Karl der Große
Landkarte von Bayern - Würzburg / Unterfranken

Schäden des 2. Weltkrieges

Deutsche Truppen zerstörten mit einer Sprengung die Mainbrücke im Jahr 1945 teilweise. Bis 1950 war die Brücke wieder hergestellt. In den Jahren 1976-77 wurde die Alte Mainbrücke grundlegend saniert. Richtigerweise wurde die Brücke 1991, eigentlich schon etwas zu spät, für motorisierte Kraftfahrzeuge gesperrt. Zu einmalig und kostbar ist dieses Bauwerk. Heute tummeln sich, besonders bei schönem Wetter, unzählige Menschen dichtgedrängt auf der - Alten Mainbrücke - in Würzburg. Sie ist die direkte und kürzeste Verbindung vom nahen Würzburger Dom hinauf zur Festung Marienberg.