Stift Haug - Kirche in Würzburg

Petrinis Meisterwerk

Der Name der prächtigen Pfarrkirche Stift Haug erinnert an eine geistliche Institution, an eine untergegangene romanische Kirche, die einst weit vor den Mauern des damaligen Würzburgs lag. Heute befindet sich dort das Bahnhofsgelände.

Kirchtürme von Stift Haug
Kirchtürme und Kuppel von Stift Haug in Würzburg

Um das Jahr 1000 n. Chr. gründete der Bischof Heinrich I. von Würzburg ein Chorherrenstift, Johannes dem Evangelisten und Johannes dem Täufer geweiht. Bezogen auf seine Hügellage erhielt das Stift den Namen "St. Johannes in Stift Haug". Durch seine ungeschützte Lage außerhalb von Würzburg war das Stift immer wieder Ziel von Plünderungen und Zerstörungen.

Kirche am falschen Platz

Durch die benötigte Neubefestigung Würzburgs nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) entschied der damalige Fürstbischof, den gesamten Komplex abzureissen (1657). Der Hügel wurde mühsam abgetragen. Die jetzige Hauger Pfarrkirche wurde von 1670-1691 durch Antonio Petrini erbaut - das erste barocke Großbauwerk in Franken und das bedeutendste Werk des italienischen Architekten. Die Kuppel wurde dem Petersdom nachempfunden und ist mit 60 Meter Höhe weithin sichtbar. Im Rahmen der Säkularisation (1803) ging das Stift Haug in den Staatsbesitz über. Die Stiftskirche wurde Pfarrkirche.




Zerstört 1945 von britischen Bomben

Am 16. März 1945 wurde die Kirche zerbombt. Bis auf das Stifterdenkmal und die Figur des Evangelisten Lukas wurde alles vernichtet. Zwanzig Jahre dauerte der Wiederaufbau. Die Kosten der folgende Außenrenovierung übernahm der Bayerische Staat.

Für den Frieden

Im Jahre 1989 wurde die ehemalige Sakristei zur "Friedenskapelle" umgebaut. Seit über 20 Jahren wird dort jeden Freitag für den Weltfrieden gebetet. Im Jahre 2005 wurde die zweijährige Renovierung des Innenraums abgeschlossen. Er erstrahlt nun wieder in leuchtendem Weiß.

Kirche Stift Haug Würzburg
Kirchtürme und Kuppel von Stift Haug in Würzburg

In den Altarstein wurden Reliquien der drei fränkischen Heiligen - Burkard (Würzburgs erster Bischof), Bruno (Erbauer des Würzburger Doms) und Liborius Wagner (christl. Märtyrer 17. Jahrhundert) - eingelassen. Als Altarbild dient das Gemälde "Kreuzigung" von Jacopo Tintoretto von 1583. Das imposante, grau-grüne Bronzekreuz des Künstlers Dietrich Klinge, ragt hinter der Flügeltür empor. Neben dem Dom zu Würzburg ist das "Stift Haug" das imposanteste kirchliche Bauwerk in Würzburg.

Landkarte von Bayern - Würzburg / Unterfranken

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