Marienkapelle in Würzburg am Main

Sehenswerte Kirche am Untermarkt

Der Bau der Marienkapelle in Würzburg wurde im Jahr 1377 begonnen und mit dem Bau des Kirchturms im Jahr 1480 abgeschlossen. Die "Sühnekapelle" wurde von der Würzburger Bürgerschaft finanziert. Die Marienkapelle Würzburg ist keiner Pfarrgemeinde zugeordnet und trägt daher die Bezeichnung "Kapelle". Am Platz der Marienkapelle befand sich zuvor ein jüdische Synagoge.

Marienkapelle am Würzburger Marktplatz
Marienkapelle am Unteren Markt in Würzburg

Erstaunlichweise befanden sich bereits im 15. Jahrhundert die gleiche Art von kleinen "Lädchen" an der Marktplatzseite der Marienkapelle. Die Marienkapelle wurde im spätgotischen Stil als Hallenkirche errichtet und zählt heute zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der mainfränkischen Metropole Würzburg. In der Kapelle befinden sich die Reliquien des Heiligen Makarius.




Die Gräuel des Mittelalters

So wunderschön die Kirche ist - man sollte wissen, wie es zu dem Kirchenbau am Marktplatz kam. Mitte des 14. Jahrhunderts, im Jahr 1439, wurden die Juden in Würzburg grausam ermordet. Das Jahr 1439 brachte die Pest nach Würzburg. Man machte die Juden dafür verantwortlich, sie sollen die Brunnen der Stadt vergiftet haben. Das Judenviertel wurde komplett zerstört und geschleift, die Menschen ermordet.

Marienkapelle am Würzburger Untermarkt
Marienkapelle - imposant und schön

Auf den Fundamenten des Judenviertels wurde der Marktplatz errichtet. Wenn ich heute über den Würzburger Marktplatz gehe, halte ich manchmal inne. Dann denke ich nach, auf was für einem blutgetränkten Platz ich entlang schreite. Natürlich ist dies schon fast 700 Jahre her, aber trotzdem...

Zerstört im 2. Weltkrieg

Im Jahre 1945 wurde die Kapelle beim Luftangriff der britischen "Bomber" erheblich beschädigt. Die Inneneinrichtung aus Holz und der Dachstuhl fielen komplett dem Feuer zum Opfer.

Marienkapelle am Würzburger Marktplatz
Eingangsportal mit Adam und Eva

In den Nachkriegsjahren wurde die Marienkapelle wieder Schritt für Schritt hergerichtet. Immer wieder sind noch heute Restaurierungsarbeiten vonnöten. Ihr gotisches Ausssehen erhielt die Marienkapelle erst im 19. Jahrhundert.

Kunst an der Außenfassade

Der berühmte Künstler Tilman Riemenschneider erhielt im Jahre 1490 den Auftrag, Figuren von Adam und Eva für das Eingangsportal der Marienkapelle anzufertigen, ebenso eine Figurenreihe der Apostel für die Längsseite der Kirche. Alle Figuren im Original befinden sich heute im Würzburger "Mainfränkischen Museum" der Festung Marienberg.




Sämtliche Figuren an der Außenfassade der Kapelle sind Nachbildungen. Der Kirchturm der Marienkapelle trägt seit dem Jahr 1713 eine weit sichtbare, golden leuchtende Marienfigur.

Landkarte von Bayern - Würzburg / Unterfranken

Kostbare Innenausstattung

Im Inneren der Marienkapelle befinden sich auf den Altären mehrere Tafelgemälde aus dem 16. Jahrhundert (1514). Über dem nördlichen Seitenschiff befindet sich eine sehenswerte "Silbermadonna". Die Seitenbereiche der Kapelle wurden einst im Mittelalter als Grablege genutzt. Dort ruhen Ritter aus Franken, damals wichtige Bürger von Würzburg. Ebenso ruht dort der Würzburger Bischof "Konrad von Schaumberg", der den Bau der Marienkapelle einst verantwortete.