Charlottenburg-Wilmersdorf - Berliner Bezirk

Lietzow, Lietzenburg, Charlottenburg

Schloss Charlottenburg, das Schloss der Gemahlin des ersten Preußenkönigs Friedrich I., wurde in den Jahren 1695 bis 1699 als kleine Sommerresidenz erbaut. Zur damaligen Zeit hieß die angrenzende Gemeinde Lietzenburg (vorher genannt Lietzow, erstmals erwähnt 1239). Königin Sophie Charlotte verstarb jedoch früh im Jahr 1705. Das Schloss, inzwischen erweitert und vergrößert, erhielt den Namen der ersten Königin von Preußen und wurde fortan Schloss Charlottenburg genannt. Die umgebende Gemeinde erhielt den Namen Charlottenburg.

Schloss Charlottenburg in Berlin
Schloss Charlottenburg in Charlottenburg-Wilmersdorf

Für einige Jahre war die Keimzelle des Großbezirks Charlottenburg eine dörfliche Idylle, weit entfernt vom damaligen Berlin. Zunächst noch als eigenständige Gemeinde, erwuchs Charlottenburg rasch zu einer Stadt. Die damals Berlin umgebenden Städte und Gemeinden erfuhren starkes Wachstum durch den Aufbau der Preußenarmee, später durch die Industrialisierung des Großraums Berlin. Bis zur Gründung von Groß-Berlin im Jahr 1920, Charlottenburg wurde eingemeindet, war sie die wohlhabendste Stadt der Preußen.

Wilmersdorf

Der heutige Teilbezirk Wilmersdorf erwuchs aus einer Anfang des 13. Jahrhunderts gegründeten Gemeinde gleichen Namens. Das damals weitab von Berlin liegende Wilmersdorf war viele Jahrhunderte lang äußerst ländlich geprägt. Land- und Viehwirtschaft wurde betrieben. Auch die Fischwirtschaft war bedeutend.

Skulptur am Breitscheidplatz Tauentzienstraße
Skulptur Breitscheidplatz Stadtjubiläum 1987

Verschlungen vom Landhunger Berlins

"Entdeckt" von den wohlhabenden Berlinern wurde Wilmersdorf etwa Mitte des 18. Jahrhunderts. Sommerresidenzen wurden in der ländlichen Idylle errichtet. Die rasch wachsende Stadt Berlin kam immer näher an Wilmersdorf heran. Bodenspekulanten witterten "fette Beute" und erwarben etwa Mitte des 19. Jahrhunderts große Teile von Wilmersdorf mit Weiden, Äckern und Wäldern. Die bis dahin einfachen Bauern wurden dadurch äußerst wohlhabend. Die Bevölkerungszahl von Wilmersdorf wuch stark an. Im Jahr 1920 wurde Wilmersdorf Teil von Groß-Berlin.

Aus einst eigenständigen Berliner Stadtbezirken Charlottenburg und Wilmersdorf entstand im Jahr 2001 der neue Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Der westliche von "Mitte" gelegene Berliner Bezirk, in erster Linie Charlottenburg, ist heute der teuerste und nobelste Bezirk der Spree-Metropole.