Deutschland - Vergangenheit und Zukunft

1945 bis zur Wiedervereinigung

Im Mai 1945 war der schreckliche 2. Weltkrieg zu Ende. Nach der Kapitulation Deutschlands entstanden in Deutschland vier Besatzungszonen der Siegermächte USA, Sowjetunion, England und Frankreich. Berlin, bis dahin Hauptstadt des Deutschen Reiches, wurde ebenfalls in vier Zonen von den Siegermächten aufgeteilt. Die bis dahin zu Deutschland gehörenden Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie unterstanden ab sofort Polen bzw. der Sowjetunion.

Hinweisschild Staatsgrenze DDR

Deutsches Volk wurde aus Polen vertrieben

Von der polnischen und sowjetischen Armee wurden die Deutschen aus diesen Gebieten vertrieben. Es gab dabei viele Tote, Vergewaltigungen von Frauen und weitere Gräueltaten. Etwa 11 Millionen Deutsche wurden vertrieben. In Deutschland angekommen, waren sie dort auch nicht gerne gesehen. Es war eine schwere Zeit für die Menschen in Deutschland. Letztendlich wurden die Neuankömmlinge in die deutsche Gesellschaft integriert, auch wenn es oft Jahre dauerte.




Westdeutschland wird geformt - ohne die Ostzone

Die Regierungsverantwortung der alliierten Mächte endete im Jahre 1948. Die Westzonen der USA, Frankreich und England wurden wiedervereint. Deutsche Bundesländer wurden gegründet, mit teilweise neu gezogenen Landesgrenzen. Die zahlreichen preußischen Provinzen wurden den jeweiligen Bundesländern zugeordnet. Jedes Bundesland verabschiedete eine eigene Verfassung. Militärische Einheiten der Siegermächte blieben zunächst in Deutschland stationiert.

Berliner Mauer

DDR - sozialistischer Vorzeigestaat

Die Sowjetunion gab die von ihr besetzten Gebiet nicht zur deutschen Wiedervereinigung frei, ebenso nicht das russisch besetzte Ostberlin. Letztendlich führte dies zur Gründung der DDR, einem Deutschland sozialistischer Prägung. Berlin wurde vom Westen abgeschnitten und verharrte bis zur Wiedervereinigung in der Insellage inmitten der DDR.

Berliner Blockade

Als die westdeutsche Währungsreform im Jahre 1948 angestoßen wurde, blockierte die Sowjetunion die Stadt Berlin vollständig, man wollte Westberlin aushungern und dann übernehmen. Durch eine sogenannten Luftbrücke der Alliierten, vor allem den Amerikaner, wurde die Berliner Bevölkerung mit Nahrungsmitteln aus der Luft versorgt. Die Rosinenbomber warfen Lebensmittelpakete über Westberlin ab.




"Trümmerfrauen" packen im Westen an

Die "Trümmerfrauen" waren die ersten Deutschen die nach dem Krieg wieder anpackten. Dank ihrer Hilfe wurden viele deutsche Städte vom Schutt und Dreck des Krieges befreit und legten damit den Grundstein für das kommende Wirtschaftswunder. Männer waren indes Mangelware. Entweder wearen sie im Krieg zu Tode gekommen oder sie befanden sich noch in Kriegsgefangenschaft.

Berlin Alexanderplatz - Berlin-Mitte

Bundesrepublik Deutschland

Im Jahre 1949 gründete sich die Bundesrepublik Deutschland mit einer demokratisch-parlamentarischen Verfassung. Bonn wurde "vorübergehend" zur Hauptstadt der neuen Republik. Von 1949 bis 1963 leitete Konrad Adenauer von der CDU die Geschicke des Landes.

 

Deutscher NATO-Beitritt

Wegen des Ost-West-Konfliktes (Eiserner Vorhang) wurde im Jahre 1949 die NATO gegründet. Im Jahre 1955 tritt Deutschland der NATO bei und beginnt mit der Aufstellung von Streitkräften. Deutschland darf jedoch keinen eigenen Generalstab bilden. Ebenso sind die deutschen Truppen auch in Friedenszeiten der NATO unterstellt.

Geschütz 2. Weltkrieg Berlin
Altes Geschütz in der Zitadelle in Spandau

Europas Wirtschaftsmächte gründen EWG

Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) wurde im Jahre 1957 gegründet, mit dem Ziel, durch die Förderung des Handels und der Integration die Ausweitung der Wirtschaft zu erreichen. Die Gründerstaaten waren Frankreich, Italien, Deutschland und die Benelux-Staaten. Die Staatsform war nun die soziale Marktwirtschaft. Deutschland erholte sich insgesamt recht schnell vom Krieg. Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland war beträchtlich.

Bundesländer Deutschland Karte

Deutsche Bundesländer


DDR baut antikapitalistischen Schutzwall

Der Wirtschaftsaufschwung war in der DDR auch zu spüren. Jedoch war dieser dort weniger stark ausgeprägt. Der Sozialismus der DDR schränkte die Bevölkerung im öffentlichen Leben so stark ein, dass bis zum Jahre 1961 etwa drei Millionen DDR-Bürger die Flucht in den Westen wagten. Ab dem Jahre 1952 ließ die SED die Grenzbefestigungen nach Deutschland sehr stark ausbauen und bewachen. Das Erschießen der Flüchtlinge war erlaubt. Die DDR-Führung bezeichnete selbst die Grenzbefestigung als antikapitalistischer Schutzwall. Die Berliner Mauer quer durch die Stadt wurde 1961 gebaut und ebenso stark befestigt.

Ein kalter Wind aus dem Osten....

Die Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten waren lange Zeit sehr unterkühlt. Die DDR kämpfte weltweit um ihre Anerkennung als unabhängiger deutscher Staat. Westdeutschland dagegen beharrte auf dem Standpunkt, das einzige richtige Deutschland zu sein und erkannte die DDR nicht an. Staatsziel des Westen war immer die Wiedervereinigung mit der verlorenen, nun sozialistischen Ostzone.

Ein Ruck geht durch Deutschland - dank Willy Brandt

Erst ein politischer Wandel in Westdeutschland dank einer neuen SPD/FDP - Regierung (Brandt/Scheel) führte im Jahre 1969 zur staatsrechtlichen Anerkennung der DDR. Im Jahre 1973 wurde ein Grundvertrag zwischen den beiden deutschen Staaten erarbeitet, der die Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten zum Ziel hatte. Daraufhin wurden die DDR und die Bundesrepublik Deutschland noch im gleichen Jahr in die UNO aufgenommen.

Glasnost in die Folgen

Die Wiedervereinigung nahm dann in der Sowjetunion ihren Anfang. Ab dem Jahre 1985 wurde in der UDSSR stark an der Reform der eigenen Politik gearbeitet (Glasnost). Die DDR hingegen hielt weiter an ihrer dogmatisch-sozialistischen Grundausrichtung fest. Letztendlich befreite das Volk in Ostdeutschland sich selbst von den Fesseln des Sozialismus. Das am Ende alles so schnell ging, war erstaunlich, aber gut.

Vereinigung im Schnellverfahren

Durch die zu schnelle Einführung der Deutschen Mark in Ostdeutschland stiegen die Produktionskosten für DDR-Produkte über Nacht um den Faktor 4. Dazu mussten nun alle Löhne in D-Mark bezahlt werden. Die DDR-Produkte waren nun viel zu teuer und wurden nicht mehr verkauft. Viele Firmen gingen daran kaputt. Darauf erfolgte der Strom der einstigen DDR-Bürger in den Westen. In ihrer Heimat hatten sie keine Hoffnung auf eine neue Beschäftigung.

Die Wirtschaft brummt - nur im Westen

Sahnestücke der DDR-Wirtschaft wurden für einen "Apfel und ein Ei" von der Treuhand an den Westen verscherbelt. Tiefer darf ich hier in die Materie nicht einsteigen, ich bitte um ihr Verständnis. Im Westen dagegen hatte nach der Grenzöffnung kein Gebrauchtwagenhändler mehr ein Fahrzeug auf dem Hof stehen. Jede auch noch so alte Schrottkiste wurde in Ostdeutschland, für teures Geld, an den Mann gebracht.

Ein Deutschland auf steinigen Pfaden

Die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion trat am 1. Juli 1990 im wiedervereinten Deutschland in Kraft. Die endgültige Wiedervereinigung war dann am 3. Oktober 1990 perfekt. Bei all` dem Jubel um die Wiedervereinigung gibt es einen bitteren Nachgeschmack. Die Ostdeutschen hatten unmittelbar nach der Wiedervereinigung noch keine Erfahrung mit dem Kapitalismus. Dass der Westen wie die Schakale über die Beute (Industrieanlagen und Firmen) im Osten hergefallen ist, das war so nicht in Ordnung. Seit über 20 Jahren versucht man nun, in Gesamtdeutschland gleichberechtigte Verhältnisse zu schaffen, was nicht immer gelingt. Die Zeit wird`s schon richten. Hoffen wir auf eine gute, gemeinsame und gerechte Zukunft, ohne die Vergangenheit zu vergessen.


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