Hamburg - Geschichte der Hansestadt

Kastell Hammaburg

An der Stelle des heutigen Hamburg befanden sich vermutlich schon im 4. Jahrhundert v. Chr. einige Gebäude. Bis etwa zum 6. Jahrhundert n. Chr. strömten Sachsen in den nordelbischen Raum ein und siedelten sich dort an. Karl der Große ließ im Jahre 810 ein Taufkirche für die für ihn heidnischen Nordländer bauen. Hamburg war im 9. Jahrhundert noch ein Dorf. Gerade mal 200 Seelen lebten im 9. Jahrhundert in Hamburg. Aus dieser Zeit stammt die erste Erwähnung eines kleinen Hafens in Hamburg. Ein etwa 100 Meter langer Holzsteg diente zum Anlegen und Ablegen für die Boote.

Hanburger Hafen, Hafencity und Speicherstadt
Hamburger Hafen - Hafencity

Schon früh versuchten Hamburger Kaufleute über den "Seeweg" Handelsbeziehungen aufzubauen. Anfang des 9. Jahrhunderts wurde zur Abwehr vor den aus dem Norden und Osten eindringenden Dänen und Slawen und zur Absicherung der Kirche an der Elbe das fränkische Kastell "Hammaburg" errichtet. Das Kastell wurde später wieder von den Slawen zerstört. Im Jahre 937 erhielt Hamburg das Marktrecht.

Erzbistum an der Elbe

Ludwig der Fromme gründete im Jahre 831 dort ein Bistum. Kurze Zeit später wurde es zum Erzbistum. Im Jahre 845 zerstörten Wikinger die junge Siedlung. Das Erzbistum zog nach Bremen um. In den Jahren 983 und 1072 zerstörten dann Slawen die Ansiedlung an der Elbe zum wiederholten Male.

Hafenrechte bringen den Aufschwung

Ende des 12. Jahrhunderts, im Jahre 1188 war der Hamburger Hafen stark gewachsen. Der Startschuss zur richtigen Nutzung des Hamburger Hafens fiel dann im Jahre 1189 durch Kaiser Friedrich Barbarossa, der Hamburg das Marktrecht und die zollfreie Nutzung der Elbe bis zur Mündung in die Nordsee erlaubte. Graf Adolf III. von Schauenburg und Holstein gründete dann im 12. Jahrhundert an gleichem Ort eine Markt- und Handelssiedlung.

Im Jahre 1188 wurde eine Kaufleutesiedlung nahe der erzbischöflichen Altstadt gegründet. Im Jahre 1189 wurde der Ansiedlung die Hafenrechte verliehen. Dadurch entwickelte sich Hamburg rasch zu einem bedeutendem Handelszentrum in Norddeutschland. Etwa 600 Brauerein gab es zu dieser Zeit in Hamburg.

Hansestadt Hamburg

Im Jahre 1321 trat Hamburg der Wirtschafts- und Handelsvereinigung der Hanse bei. Die sich dadurch öffnenden Handelsbeziehungen bauten die Hamburger überwiegend in Richtung Westen, im Einzugsbereich der Nordsee aus. Gute Handelsbeziehungen wurden aufgebaut ins heutige Belgien, Holland, England, aber auch nach Skandinavien.

Panoramablick auf Hamburg
Blick auf die Hansestadt Hamburg

Dänische Könige erhoben Mitte des 15. Jahrhunderts alte Herrschaftsansprüche über das Gebiet des heutigen Hamburgs. Im Jahre 1510 wurde Hamburg schließlich zu einer Reichsstadt. Auch nach dem Niedergang der Hanse behielt Hamburg weiter seine wirtschaftliche Stärke als Handelszentrum.

Piraten!

Piraten waren zu dieser Zeit ein großes Problem für die Handelsschiffe der Hanse. Mit Konvoi-Schiffen, unter Führung oin erfahrenen Seeadmirälen, versuchten die Hamburger Kaufleute, die Piraten abzuhalten. Bekanntester Pirat im 14. Jahrhundert war Klaus Störtebeker.

Handel mit Amerika

Mitte des 15. Jahrhunderts lebten bereits 16.000 Menschen in Hamburg. Grund war der wirtschaftliche Aufschwung in Hamburg. Das Drehkreuz des Handels war der Hamburger Hafen. Auch zur "Neu Welt" Amerika wurden langsam gute Handelsbeziehungen aufgebaut. Obwohl die Hanse die Wirtschaftbeziehungen mit dem Ausland, über den ursprünglichen Handelsraum der Nord- und Ostsee verbot, ließ sich Hamburg nicht abhalten, seine Handelbeziehungen weiter international auszubauen

Friedliche Reformation

In den Jahren 1521-1529 vollzog sich in Hamburg die Reformation zum evangelischen ohne Blutvergießen. Im Jahre 1619 war Hamburg die größte Stadt in ganz Deutschland.

Binnenalster in Hamburg
Hamburger Skyline an der Binnenalster

Hafen Altona hängt Hamburg ab

Altona, zu Dänemark gehörend, erhielt im Jahre 1664 die Stadtrechte verliehen. Die Dänen gönnten dem Hamburger Hafen den wirtschaftlichen Erfolg nicht und bauten auf dänischer Seite den Hafen von Altona stark aus. Im 18. Jahrhundert war der Hafen von Altona auf dem Weg, dem Hafen in Hamburg den Rang abzulaufen. Dazu verhängte Kaiser Napoleon ein Handelsverbot mit England (1806 bis 1807). Hamburg hatte nun viel von seiner Handelsmacht verloren, viele Geschäftsleute waren ins nahe Dänemark, nach Altona abgewandert.

Dänen geben Hamburg frei

Die vollständige Unabhängigkeit von Dänemark konnte Hamburg erst im Jahre 1768 erreichen. Hamburg ging es wirtschaftlich zu dieser Zeit außerordentlich gut und konnte sich von den dänischen Königen freikaufen. Während der Napoleonischen Kriege wurde Hamburg zur Hauptstadt des Departments Elbmündung (des Bouches de l'Elbe) innerhalb des französischen Kaiserreichs. In Hamburg war das Niederdeutsche bis ins 19.Jahrhundert hinein die allgemeine Umgangssprache. Das Niederdeutsche hat stark niederländische Bestandteile.

Handelsmacht trotz Napoleon

Ende des 18. Jahrhunderts waren über 270 Schiffe im Hamburger Hafen beheimatet. Nach dem Zusammenbruch des Handels wegen Napoleon dauerte es bis zum Jahre 1814, bis der Hafen in Hamburg wieder neu aufgebaut werden konnte. Von da ab ging es wieder steil bergauf mit Hamburg als Handelszentrum und dem Hamburger Hafen.