Wartburg bei Eisenach - Thüringen

Eine Burg mit Geschichte

Die Wartburg befindet sich im deutschen Bundesland Thüringen. Sie thront auf einem Felsen über der Stadt Eisenach. Seit 1999 besitzt die Wartburg in Eisenach des Status eines Weltkulturerbes, als wichtiges Denkmal der europäischen Geschichte.

Wartburg bei Eisenach
Wartburg bei Eisenach in Thüringen

Der Reformator Martin Luther versteckte sich auf der Wartburg vor den Häschern des damaligen Papstes und übersetzte auf der Wartburg (1521-1522) das "Neue Testament" ins Deutsche. Die Heilige Elisabeth von Thüringen war zeitweilig (1211-1228) auf der Wartburg zu Hause.




Treffpunkt der Minnesänger und Dichter

Ebenso gerne hielten sich auf der Wartburg in Eisenach deutsche Dichter und Minnesänger des Mittelalters auf wie Wolfram von Eschenbach, Albrecht von Halberstadt und Walther von der Vogelweide.

Sitz der Ludowinger Landgrafen

Der Hauptsitz der Ludowinger Landgrafen entwickelte sich im Laufe der Zeit, insbesondere zu Zeiten des Herrschers Hermann I., zum Zentrum der Dichtkunst und der Minnesänger. Die daraus entstandene Sage des "Sängerkrieges" auf der Wartburg wurde weltbekannt durch den Bayreuther Komponisten, Dramatiker und Theaterregisseur Richard Wagner, der den Sängerkrieg in seinem Werk "Tannhäuser" thematisierte.

Wartburg nahe Eisenach in Thüringen
Innenhof der Wartburg in Thüringen

Wartburg - als wehrhafte Burg erbaut

Mit dem Bau der Wartburg wurde im Jahre 1067 begonnen. Die Wartburg war nie ein architektonisches Feuerwerk der feinen Architektur. Die Wartburg wurde als typische Wehrburg des Mittelalters erbaut, um sich gegen feindliche Angriffe zu schützen. Die Bauherren waren Landgrafen aus dem Geschlecht der Ludowinger, deren Ursprung bei den Grafen von Rieneck in Unterfranken zu finden ist. Im 11. Jahrhundert stellten die Grafen von Rieneck auch den Erzbischof von Mainz.




Großherzog Carl Alexander rettet die Wartburg

Einzig das Landgrafenhaus, Palas genannt, stammt noch aus dem frühen Mittelalter (12. Jahrhundert). In den Räumen des Palas war auch die Heilige Elisabeth von Thüringen zu Hause. Alle weiteren Elemente der heute bekannten Wartburg wurden im 19. Jahrhundert hinzugefügt. Die Wartburg war damals ruinengleich; erst Großherzog Carl Alexander aus Weimar nahm sich der Wartburg an und restaurierte sie von Grund auf.

Wartburg - Eingangstor Burgtor
Burgtor der Wartburg - Thüringen

Der Großherzog erkannte die geschichtliche und nationale Bedeutung der Wartburg und leitete daher den Wiederaufbau der Wartburg ein. Die mittelalterliche Bausubstanz wurde dabei restauriert, teilweise mussten Teile der Wartburg durch Neubauten ergänzt werden. Daher ist bei der Wartburg auch keine durchgehende und einheitliche architektonische Linie zu erkennen, da die Bauten verschiedenen Jahrhunderten entstammen.

Landkarte von Thüringen - Eisenach

Wartburg-Museum

Das Wartburgmuseum sollte man unbedingt besuchen. Dort sind Kostbarkeiten aus den vergangenen acht Jahrhunderten zu bestaunen. Werke von Cranach und Riemenschneider lassen jeden Kunstkenner hellhörig werden. Noch heute finden im Palas-Festsaal während der Sommerzeit Konzerte statt. Ein weiteres Highlight der Wartburg sind die wunderschönen Fresken des Künstlers Moritz von Schwind aus dem Mittelalter.

Lutherstube des Reformators Martin Luther

Ebenso bekannt und berühmt ist die "Lutherstube" der Wartburg. Viele Touristen und gläubige Besucher kommen wegen des einst historisch-bedeutsamen Gastes zur Wartburg nach Thüringen. Die handschriftliche Lutherbibel wurde auf der Wartburg von Martin Luther geschrieben. Im Wartburg-Museum sind Portraits von Luther und seinen geistesverwandten Mitstreitern ausgestellt.


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