Nationalpark Berchtesgaden

Einzigartiger Alpen-Nationalpark

Schon vor dem 1. Weltkrieg wurden Teile des heutigen Nationalpark Berchtesgaden als Pflanzenschonbezirk der Berchtesgadener Alpen unter Schutz gestellt. Schon früh erkannte man die Bedeutung, aber auch die mögliche Gefährdung der Natur durch den aufkeimenden Tourismus und wirtschaftlicher Interessen. Im Jahre 1921 wurde das Schutzgebiet erheblich erweitert durch die Unterschutzstellung der Königssee-Region.

Ramsau bei Berchtesgaden - Malerwinkel
Ramsau im Berchtesgadener Land

Der lange Weg zum Nationalpark

In den Nachkriegsjahren geriet die Alpenregion zunehmend in den Fokus der Touristikbranche. Als im Jahre 1953 eine Seilbahn auf den Watzmann am Königssee geplant wurde, ergriff in erster Linie der Deutsche Naturschutzring die Initiative zur Ausweisung eines großen Schutzgebietes im Berchtesgadener Land. Die Zeit verging. Erst im Jahre 1972 wurde durch den Bayerischen Landtag ein Planungsverfahren verabschiedet, um einen Bayerischen Alpenpark am Königssee auszuweisen.




Endlich Nationalpark

Im Jahre 1978 wurde der geschützte Bereich als Nationalpark Berchtesgaden auf eine Fläche von über 20.000 ha (210 km²) vergrößert. Die UNESCO verlieh dem Nationalpark Berchtesgaden im Jahre 1991 den Status eines anerkannten Biosphärenreservates. Der Nationalpark grenzt an die Alpenrepublik Österreich.

Das bayerische Schutzgebiet ist bei den Touristen sehr beliebt; die Region Berchtesgadener Land hat jährlich bis zu 3,6 Millionen Übernachtungen zu verzeichnen. Die Touristik ist mit Abstand der größte Arbeitgeber der Region.

Das Schutzgebiet in Oberbayern schützt eine außerordentliche Vielfalt an Pflanzen und Tieren, aber auch verschiedenen Landschaftformen und Vegetationszonen.

Königssee und St. Bartholomä

Der Königssee und der am Königssee befindliche Watzmann (2.713 Meter hoch) sind die sichtbaren Highlights des Nationalparks Berchtesgaden. Der Königssee befindet sich immerhin auf einer Meereshöhe von über 600 Meter. Fast jeder Besucher des Nationalparks fährt mit dem Boot über den Königssee zur Kapelle St. Bartholomä. Unterwegs wird das Trompetenecho gegen die Felswände des Königssees geschmettert. Am anderen Ende des Königssees angekommen, besucht man kurz die Kapelle, nimmt eine Brotzeit zu sich und kauft Ansichtskarten. Und schon geht es wieder zurück.

Watzmann-Massiv - Berchtesgaden
Watzmann-Massiv bei Berchtesgaden

Die Besucherströme am Königssee sind extrem geregelt. Natürlich bekommt man vielleicht den schönsten Bereich des Nationalparks dargeboten. Doch wo die Touristenströme fließen befinden sich nicht die extrem schützenswerten Bereiche des Schutzgebietes.

Wanderparadies

Der Nationalpark Berchtesgaden ist ein Eldorado für Wanderer. Ein Wegenetz von einer Länge von über 230 Kilometer zum Wandern und Bergsteigen bietet jede Menge Abwechslung und unvergessliche Eindrücke von der schönen Natur.




Der kalte Funtensee

Der auf 1.600 Meter Höhe befindliche Funtensee wird im Winter als kältester Punkt in Deutschland bezeichnet. Er wird von hohen Felsen des Steinernen Meeres eingerahmt und bekommt daher in der Winterzeit wenig Sonne ab. Ein weiteres Highlight des Nationalparks ist die Wimbachklamm. Dort sind beeindruckende Wasserstürze zu sehen.

Landkarte Deutschland - Nationalpark Berchtesgaden

Den Nationalpark erfahren

Das Konzept des Nationalparks geht voll auf. Die Kernzonen werden geschützt und sind eigentlich unzugänglich. Trotzdem bleibt noch genügend Naturraum für die Besucher, die sich in der schönen Natur erholen und neue Kraft für den Alltag tanken können. Der Besucher sollte beim Einkauf in der Region unbedingt auf regionale Angebote zurückgreifen. Vielfältig ist das Angebot von Schnaps bis Käse.

Die Nationalparkverwaltung bietet das ganze Jahr über geführte Wanderungen an. Mit etwas Glück ist ein Steinadler zu sehen oder ein Edelweiß am Wegesrand. Gerade für Familien sind Führungen ideal, um den Kindern die Schönheit der Natur zu zeigen. Auch eine Behinderung ist kein Grund, die Schönheit des Nationalparks Berchtesgadener Land zu verpassen.


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