Ruinenstätte von Ephesos - Türkei

Bedeutende Hafenstadt der Antike

Die Ruinenstätte von Ephesos (auch Ephesus) liegt nahe der Westküste der Anatolischen Halbinsel an der Ägäis. Einst war Ephesos eine Hafenstadt am Mittelmeer. Durch jahrtausendelange Sandanschwemmung entfernte sich jedoch die Stadt mehr und mehr vom Wasser. Heute liegt die Stadt mehrere Kilometer landeinwärts. Die erste Besiedlung von Ephesos soll bereits 5.000 Jahre bis 11.000 Jahre vor Christi Geburt stattgefunden haben.

Bibliotheksgebäude in der Ruinenstadt Ephesos
Celsus-Bibliothek (Mitte), rechts das südliche Agora-Tor

In der Hafenstadt befand sich der "Artemistempel", der Tempel einer bedeutenden, griechischen Göttin (Göttin der Jagd). In der Antike war Ephesos eine sehr bedeutende Stadt und ein wichtiger Handelsknotenpunkt am Mittelmeer. Die heutige Großstadt Izmir befindet sich etwa 70 Kilometer nördlich der Ruinenstadt, die Stadt Kusadasi etwas südwestlich von Ephesos. Die Türkei nennt die Ruinenstadt "Efes".

Zeugnisse der Jahrtausende

Etwa 1.500 Jahre vor Christi Geburt wurde die Hafenstadt in Texten des Volkes der Hethiter, als Stadt mit Namen "Apasa" erwähnt. Auf jeden Fall war Ephesos schon vor dem Erblühen der griechischen, antiken Hochkultur ein mächtiger Handelsplatz. Neben typisch westanatolischer Funde wie Keramikscherben, konnten gefundene Gegenstände auch der kretisch-minoischen, als auch der mykenischen Kultur zugeordnet werden. Im Laufe der Jahrtausende wurde Ephesos viele Male zerstört und wieder aufgebaut, dabei örtlich verlegt. Die Stadt sah viele Herrscher und zahlreiche Völker kommen und gehen, Ephesos war ein begehrtes Objekt der Mächtigen.

Blühende Stadt mit Kultur

Der Kriegsherr "Alexander der Große" befand sich im Jahr 334 v. Chr. vor den Toren der Stadt. Später war Ephesus Teil des Pergamenischen Reichs, ab 133 v. Chr. Teil des Römischen Reichs. Im Jahrhundert vor der Zeitenwende lebten etwa 200.000 Menschen in der Hafenstadt an der Ägäis. In der reichen Stadt am Mittelmeer wurden damals unzählige kulturelle Bauten und Tempel der griechischen Gottheiten erbaut, und natürlich Wohnhäuser. Die Stadt besaß schon damals eine funktionierende Kanalisation, zu einer Zeit, als in Europa die Menschen noch in ihren stinkenden Abwässern und Abfällen erstickten.

Straße durch die Ruinen von Ephesus
Panoramablick über einen Teilbereich von Ephesos

Frühchristliches Erbe von Ephesos

Für die Christenheit ist Ephesos ein wichtiger Ort. Bereits 20 Jahre nach dem Tode Jesu, sollen die christlichen Lehren in der Stadt verbreitet worden sein. Der Apostel Paulus war nachweislich mehrfach in Ephesus. Dort legte er sich mit Händlern der Stadt an, dafür wanderte er für einige Zeit ins Gefängnis. Dort soll ein Großteil der bekannten Paulus-Briefe entstanden sein, auch der Brief an die "Epheser". Nahe der Stadt soll sich die Heilige Maria nach der Himmelfahrt Jesu Christi niedergelassen haben, zusammen mit dem Apostel Johannes, bis zur ihrer "eigenen" Himmelfahrt. Der Apostel Johannes soll in Ephesos verstorben sein. Über seinem vermutlichen Grab ließ später der römische Kaiser Justinian die Johannesbasilika erbauen. Heute sind von der Kirche nur noch Fragmente vorhanden.

Reliefdarstellung der griechischen Göttin Nike
Griechische Siegesgöttin Nike in Ephesos

Bedeutende Funde für die Weltgeschichte

Ephesos ist eine sehr große Ruinenstätte mit unglaublich vielen Sehenswürdigkeiten. Die Stadt zählt zu den beliebtesten, kulturellen Reisezielen in der Türkei. Hunderttausende an Touristen strömen jährlich durch die Ruinenstadt. Es gibt einen frei zugänglichen Bereich für Besucher. Die wirklich bedeutenden Ausgrabungsfunde und -stätten kann man nur kostenpflichtig entdecken und bewundern. Wer unvorbereitet die Ruinenstadt betritt, wird vom Umfang der Ausgrabungen förmlich erdrückt. Daher ist es sinnvoll, sich vor dem Besuch von Ephesos mit den Hauptattraktionen bekannt zu machen, ansonsten verliert man sich leicht in der Stadt, ohne die wirklich wichtigen Dinge gesehen zu haben. Und Zeit sollte der Besucher mitbringen. Nippes gibt es am Eingang zur Stadt zu erwerben.

UNESCO-Weltkulturerbe Ephesos

Der Niedergang der Stadt Ephesos, obwohl Bischofsstadt, kündigte sich bereits im dritten Jahrhundert nach Christi Geburt an. Erdbeben beschädigten die Stadt erheblich. Die Goten fielen in der Stadt ein und plünderten sie aus. Der Versandung des Hafens wurde man ebenso nicht mehr Herr. Die Stadt wurde schließlich nach und nach in den folgenden Jahrhunderten verlassen. Die Leute gründeten vermutlich die Stadt Selcuk und ließen sich dort nieder. Für viele Jahrhunderte geriet die einst bedeutende Stadt Ephesos in Vergessenheit. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Stadt "neu" entdeckt, nach und nach wurden in der Folgezeit die kulturellen Schätze von Ephesus freigelegt. Im Jahr 2015 wurde Ephesos durch die UNESCO als Weltkulturerbe der Menschheit ausgezeichnet, zu Recht.