Hagia Sophia in Istanbul

Kirche - Moschee - Museum - Moschee

Istanbuls Alltag ist eine Mischung aus Gegenwart und Vergangenheit, modernem Leben und überdauerter, überlieferter Traditionen. Moscheen, Museen, Kirchen, Paläste und Basare, dazu die wunderschöne Lage der Stadt und die schöne Landschaft, erfreuen das Herz jedes Sehenden. Ein Traum ist es, in der Dämmerung auf dem Bosporus entlang fahren.

Hagia Sophia Moschee
Hagia Sophia - Moschee in Istanbul

Zahlreiche Moscheen befinden sich hier; wenn man vom Wasser aufs Land schaut, denkt man, Istanbul bestehe nur aus Minaretten. Man schätzt die Zahl der Moscheen auf 2.800, und es kommen immer wieder neue hinzu! Auf kleinen Wogen schaukelnd beobachtet man das Lichtermeer der Megacity. Das laute Treiben Istanbuls ist nur leise zu vernehmen.




Alte Moscheen Istanbuls waren Kirchen

Istanbuls alte Moscheen waren zur Zeit der Byzantiner meist christliche Kirchen; die osmanischen Herrscher haben sie nach der Eroberung zu Gebetshäusern des Islam umbauen lassen.

Istanbul - kulturhistorisch einzigartig

Istanbul ist nach Rom das größte existente "Freiluftmuseum". Durch Kriege oder Erdbeben nicht nachhaltig geschädigt, zeigt Istanbul in Teilen mittelalterliche Strukturen, Kultur und Architektur auf. Die Interesse an der Vergangenheit bezeugen die Menschentrauben auf dem großen Platz vor der Hagia Sophia. Denn von hier aus sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Istanbuls problemlos zu Fuß zu erreichen.

Sophienkirche Hagia Sophia nachts beleuchtet
Moschee Hagia Sophia in Istanbul bei Nacht

Byzantischer Dom

Der 536 n. Chr. erbaute byzantinische Dom, heute bekannt als "Hagia Sophia",ist ein architektonisches Meisterwerk aus der byzantinischen Epoche von Konstantinopel. Die Stabilität der Kuppel dieser einstmals spätantiken Basilika war lange Zeit unerklärlich und nicht nachvollziehbar. Die byzantinische Sophienkirche war das zentrale Bauwerk der Orthodoxie, das geistliche Zentrum des Oströmischen Reiches.

Die Osmanen erobern Istanbul

Nach der Eroberung der Stadt durch die Osmanen im Jahre 1453 wurden die Glocken, christliche Insignien (Ikonen), die Inneneinrichtung und Dekorationen entfernt oder zerstört oder auch teilweise durch muslimische ausgetauscht. Mosaike und Fresken wurden mit Kalkfarbe dick überstrichen. Unschätzbare Werte und Kulturgüter der christlichen Religion wurden dabei unwiderruflich zerstört. Am Tag nach der Eroberung von Konstantinopel soll die ehemalige Kirche bereits zur zentralen Sultans-Moschee umgewandelt worden sein. Noch im gleichen Jahr wurden vier Minarette an den Seitenlinien der Kirche errichtet. Die nächsten Jahrhunderte wurde die Hagia Sophia als Moschee genutzt.

Stadtpark in Istanbul mit Hagia Sophia Moschee
Wunderschöne Parkanlage mit Brunnen, hinten die Hagia Sophia

Hagia Sophia - die ewige Baustelle

Im Inneren der Hagia Sophia werden derzeit aufwändig wunderschöne Mosaiken aus byzantinischer Zeit restauriert, d.h. man sieht sich in Istanbul der christlichen Vergangenheit verpflichtet. Viele Fresken und Mosaike wurden 1453 mit dicker Kalkfarbe übermalt. Das konservierte zwar die Kunstwerke, das Abtragen und Ausbessern ist aber eine rechte Sisyphusarbeit.




Von Kirche zur Moschee bis Museum zur Moschee

Der Eifer der Osmanen bei der Beseitigung christlicher Zeichen war sicher auch dadurch begründet, weil die Heere des Sultans zuvor unzählige Male erfolglos und verlustreich versuchten, die Stadt einzunehmen. Nun hatten sie es schließlich vollbracht und mussten jetzt zeigen, wer das Sagen hat. Die Zerstörung von Bildnissen war auch darin begründet, dass es im Islam keine Bilderverehrung gibt.

Innenraum der Hagia Sophia Moschee
Blick hinein in den Kirchenraum der Hagia Sophia

Wenn man heute die Hagie Sophia betritt, erscheint sie in einem bläulichen Licht. An den Wänden sind überwiegend islamische Ornamente und Koranverse zu sehen. Vereinzelt sieht man noch Überreste aus byzantinischer Zeit. Dies sind Steinmosaiken an Wänden und Decken. Einige sind recht gut erhalten, bzw. restauriert worden. Zu Zeiten Konstantinopels war die Hagia Sophia gewiss ein sehr kostbar ausgestatteter Dom. Imposant ist sie heute noch, nur anders. Im Jahre 1934 wurde die Hagia Sophia durch Anregung "Atatürks", dem Begründer der "Modernen Türkei", zum Museum. Im Juli 2020 wurde die Hagia Sophia wieder zu einem islamischen Gebetshaus, zu einer Moschee umfunktioniert.

Landkarte von Europa - Istanbul in der Türkei

Moscheen mit gemeinsamen Wurzeln

Übrigens wurden alle in der Folge gebauten Moscheen nach dem Vorbild der Hagia Sophia, der einstigen Sophienkirche, errichtet. So steckt in jeder Moschee ein winzig kleiner Kern christlicher Architektur. So ist das eben.


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